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jazz folk bike 2008

Ein Festival der Extraklasse
Jazz Folk und Bike lockt auch Besucher aus der Ferne an / Acht hochkarätige Bands in der Hachestadt

Von Dorit Schlemermeyer (Syker Kurier dd. 9.8.2008) 

SYKE. "Wir sind absolut zufrieden mit der Resonanz", zog Gertrud Harthus vom Organisationsteam am späten Sonnabend eine positive Bilanz des sechsten "Jazz Folk und Bike"-Festivals. Und die immer noch gefüllte Diele des Syker Kreismuseums bestätigte sie in ihrer Einschätzung. Besonders freute Gertrud Harthus, dass Gäste aus Osnabrück, Hamburg und Hannover extra zum Festival angereist waren.

Sie alle drängten sich auf der Diele, und während sie den Auftritt von Hiss erwarteten, wurden schnell noch die kulinarischen Spezialitäten gekostet oder Wein und Bier geholt. "Das ist ein echtes Kontrastprogramm zu Mick Pinis Blues-Rock", stellte sich Jürgen Lohmeyer vom Orgateam auch schon mal mental auf das Programm von "Hiss" ein - und war noch ganz begeistert vom Auftritt der Blueslegende. "Wie der das ,Hey Joe' von Jimi Hendrix gespielt hat!" Dann betraten endlich die fünf Musiker von Hiss die Bühne und legten gleich ordentlich los: "13 Jahre Hiss heißen 13 Jahre große Gefühle und falsches Pathos", führte Bandleader Stefan Hiss das Publikum in den Bombastsound der Gruppe ein.

Und die großen Gefühle wurden gleich mit dem ersten Stück "Amor" reichlich und ironisch bedient: "Bevor ich mich verliebe, gehe ich in den Fluss." Witz und Ironie auch im Stück um künstliches Testosteron: "Männer beneiden mich, denn ich kann immer . . ." Stefan Hiss als Sänger, Conferencier und Akkordeonist rief mit selbstironischen Kommentaren immer wieder Gelächter hervor, und die hervorragenden Musiker Thomas Grollmus (Gitarre, Mandoline), Patch Pacher (Schlagzeug), Volker Schuh (Bass) und der virtuos spielende Michael Roth an der Mundharmonika sorgten mit ihren temperamentvollen Klängen dafür, dass vor der Bühne schon einige das Tanzbein schwangen. Aber das Tempo sollte noch gesteigert werden: "Ich weiß schon, warum noch nicht mehr tanzen, das war ja noch keine richtige Polka", äußerte Hiss die Vermutung, dass die Stücke zuvor wohl noch nicht den richtigen "Drive" fürs Publikum gehabt hatten.

Dann setzen "Hiss" noch einen drauf und präsentierten eine Taktgeschwindigkeit, die vielen, die spontan mithüpften, schier den Atem raubte. Weiter ging es von Stück zu Stück, von Polka zu Tango, über Country zum richtig fetten "Madnesssound" beim Suppenliebeslied "In der Brühe liegt die Kraft".

Stimmungsvolle Balladen mit geistreich ironischen Texten rundeten das perfekte und anspruchsvolle Repertoire der Gruppe ab: "Was treibt vorbei im Dämmerlicht, starrt mich an und sieht mich nicht?" Auch "Die Königin der Schmerzen" war so eine Ballade und die Zuhörer erfuhren, dass für Hiss die Musik diese Königin ist. "Wo bist Du", "Männer in der Nacht" und - da "Hiss" sozusagen nichts heilig ist - die temperamentvolle "Friedhofpolka" rissen das Publikum immer wieder in einen Rhythmus, in dem jeder mit muss: den Dreiviertelrhythmus der Polka.

Die Entscheidung der Veranstalter, in diesem Jahr weniger Konzerte anzubieten, hat sich als gute Taktik herausgestellt. So konnten die Besucher jedes der acht Konzerte in voller Länge genießen und ohne Stress die verschiedenen Orte erreichen. Neben Hiss und der Mick Pini Band boten Siembra, Trio Macchiato, Alpcologne, Shoot the Moon, Diknu Schneeberger und Goo Birds Flight den Besuchern an fünf verschiedenen Standorten rund um die Hachestadt musikalische Unterhaltung der Extraklasse. Beim Festival war wieder für jeden Musikgeschmack etwas dabei.
 

 

Eine Blues-Legende gibt sich im Kreismuseum die Ehre 
Die Mick-Pini-Band spielt beim Festival Jazz Folk und Bike 
 

Von Jörn Dirk Zweibrock SYKE. Eine hochkarätige Band nach der anderen steht am ersten Septemberwochenende, 6. und 7. September, beim Festival Jazz Folk und Bike auf der Bühne. Nach der lateinamerikanischen Formation "Siembra" spielt die Mick-Pini-Band am Sonnabend, 6.September, ab 19 Uhr im Syker Kreismuseum auf. 
Mick Pini und seine Band servieren dem Publikum Blues-Rock, Electric Blues und Funk. Wenn Bandleader Mick Pini seine Stratocaster "streichelt", gibt es für Fans kein Halten mehr. "Mister Slowhand", Eric Clapton, hat den britischen Gitarristen mit italienischen Wurzeln einst sogar mit Peter Green verglichen. Seit Jahren ist Reibeisenstimme Pini mit seinem Stratocastersound Gast auf den wichtigsten europäischen Musikfestivals. "Mick Pini - das ist weißer Blues mit tiefschwarzer Seele", gerät der Organisator des Festivals Jazz Folk und Bike, Gerd Harthus, beim Gedanken an den Gitarristen von der Insel ins Schwärmen. 
Neben Mick Pini, Sänger und Gitarrist, stehen Uwe Jedinsky, Bass, Markus Klopfer, Drums, und Gregg Wittner auf der Bühne. Das Quartett ergibt zusammen die Mick-Pini-Band. Nicht nur Cover-Stücke, sondern auch eigene Songs gibt die Mick-Pini-Band am 6. September vor der historischen Kulisse des Syker Kreismuseums zum Besten. 
Vor genau zehn Jahren wurde Mick Pini, der der gleichnamigen Band den Namen geliehen hat, mit dem "Talkin' Blues Award" ausgezeichnet. "Es ist fantastisch, den charismatischen Mick Pini zu erleben, wie er mit seiner Stratocaster den Bluesrock überzeugend gefühlvoll und mit einer überwältigenden technischen Perfektion lebt", sagt Rainer Köster vom Veranstalter des Festivals Jazz Folk und Bike, dem Syker Verein Jazz Folk Klassik (JFK). Pini drücke seinen Liedern einen rockigen Stempel auf und erweise sich bei den Soli als Meister seines Fachs. 
Tickets für das Konzert gibt es in den Filialen der OLB, bei Per Pedal, dem Syker Kreismuseum, der Wassermühle Barrien, dem Barrier Kirchenbüro sowie im Bremer Pressehaus und allen Geschäftsstellen des WESER-KURIER. 

 


© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Syker Kurier Seite: 2 Datum: 29.08.2008